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Frankfurt-Dreieck

Frankfurt-Dreieck
Frankfurt Dreieck (Brinda et al. 2019)
Brinda, Torsten, Niels Brüggen, Ira Diethelm, u. a. 2019. „Frankfurt-Dreieck zur Bildung in der digital vernetzten Welt“. zeitgleich in merz 5/19, MedienPaedagogik.com, Medienimpulse 58/19, INFOS 2019, GI, GFMedienwissenschaft.

Entstehung

  • entstanden auf zwei Expert:innenwirkshops 2017 und 2018 in Frankfurt am Main
  • Weiterentwicklung des Dagstuhldreiecks
  • Ergänzung und Erweiterung des Dagstuhldreiecks, eher für Forscher:innen die sich mit bildung im Kontext des digitalen Wandels beschäftigen
  • Beibehaltung der drei Perspektiven, ähnlich denen aus dem Dagstuhl Dreieck:
    • Technologische Perspektive
    • Gesellschaftlich-kulturelle Perspektive
    • Interaktionsperspektive
  • stärkerer Fokus auf Theorie und Reflexion, konkret: Analyse, Reflexion, Gestaltung
Frankfurt-Dreieck
Frankfurt Dreieck (Brinda et al. 2019)
Brinda, Torsten, Niels Brüggen, Ira Diethelm, u. a. 2019. „Frankfurt-Dreieck zur Bildung in der digital vernetzten Welt“. zeitgleich in merz 5/19, MedienPaedagogik.com, Medienimpulse 58/19, INFOS 2019, GI, GFMedienwissenschaft.

Technologische Perspektive

Die technologische Perspektive hinterfragen und reflektieren der Strukturen und Funktionsweisen, die den Phänomenen und Artefakten der durch Digitalisierung geprägten Welt zugrunde liegen.
  • Befähigung zur (Mit-) Gestaltung solcher Artefakte und Phänomene
  • Auseinandersetzung mit:
    • konzeptionellen Fragen, insbesondere mit informatischen und medialen Funktionsprinzipien digitaler Systeme
    • den zu deren Erstellung verwendeten informatischen und medialen Strukturierungs- und Gestaltungsmitteln und -formen
    • den sich durch sie ergebenden technischen Analyse- und Verarbeitungsmöglichkeiten
    • den an der „Oberfläche“ meist nicht sichtbaren kulturellen, politischen oder persönlichen Einschreibungen
Brinda, Torsten, Niels Brüggen, Ira Diethelm, u. a. 2019. „Frankfurt-Dreieck zur Bildung in der digital vernetzten Welt“. zeitgleich in merz 5/19, MedienPaedagogik.com, Medienimpulse 58/19, INFOS 2019, GI, GFMedienwissenschaft.

Technologische Perspektive

  • Verknüpfung zweier Aspekte:
    1. informatische Sicht: informationstechnische Grundlagen, computational thinking, technologiesche Aspekte → Funktionsprinzipien und Strukturen digitaler Artefakte analysieren
    2. mediale Sicht: kulturelle Prägungen, persönliche Perspektiven, die die technische Entwicklung beeinflussen (Original: informatische Modellierung von Ausschnitten der Welt)
  • erforderliche Kompetenzen, die zum Umgang mit den verwendeten Technologien befähigen
  • diese können wiederum in die Konstruktion von digitalen Artefakten einfließen
Brinda, Torsten, Niels Brüggen, Ira Diethelm, u. a. 2019. „Frankfurt-Dreieck zur Bildung in der digital vernetzten Welt“. zeitgleich in merz 5/19, MedienPaedagogik.com, Medienimpulse 58/19, INFOS 2019, GI, GFMedienwissenschaft.
Aus meiner Sicht verschmelzen hier die Perspektiven Technologie und Gesellschaft.

Gesellschaftlich-Kulturelle Perspektive

Die gesellschaftlich-kulturelle Perspektive analysiert und reflektiert die Wechselwirkungen zwischen Individuen, Gesellschaft und digitalen Systemen vor dem Hintergrund der Medialisierung und des digitalen Wandels. Dazu gehören:
  • Veränderungen, denen Individuen und Gesellschaft unterworfen werden
  • Analyse und Bewertung von Chancen und Problemen, die sich durch den digitalen Wandel ergeben
  • durch digitalisierungsbezogene Kompetenzen eröffnende Möglichkeiten für wirtschaftliches, ökologisches, nachhaltiges und politisches Handeln
  • Verantwortung jedes Einzelnen im Netz sich und anderen gegenüber
  • Normen und Regeln, auch auf der Basis historischer Entwicklungen von IKT
  • Erkennen und die Bewertung medialer Einflüsse sowie
  • die aktive Teilhabe an gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen
Welches Hintergrundwissen und Kompetenzen sind erforderlich, Diskrepanz zwischen mehr Partizipation und immer komplexeren Systemen.
Brinda, Torsten, Niels Brüggen, Ira Diethelm, u. a. 2019. „Frankfurt-Dreieck zur Bildung in der digital vernetzten Welt“. zeitgleich in merz 5/19, MedienPaedagogik.com, Medienimpulse 58/19, INFOS 2019, GI, GFMedienwissenschaft.

Interaktionsperspektive

Die Interaktionsperspektive fokussiert auf die Menschen und wie sie vor dem Hintergrund der technologisch-medialen und gesellschaftlich-kulturellen Voraussetzungen welche digitalen Medien und Systeme warum und wozu nutzen, inwiefern sie am digitalen Wandel teilhaben und ihn mitgestalten (können) sowie wie sie sich als handlungsfähige Subjekte konstituieren (vgl. auch Medienaneignung). Dabei sind die Aspekte Nutzung, Handlung und Subjektivierung zentral.
Brinda, Torsten, Niels Brüggen, Ira Diethelm, u. a. 2019. „Frankfurt-Dreieck zur Bildung in der digital vernetzten Welt“. zeitgleich in merz 5/19, MedienPaedagogik.com, Medienimpulse 58/19, INFOS 2019, GI, GFMedienwissenschaft.

Interaktionsperspektive

Dabei sind die Aspekte Nutzung, Handlung und Subjektivierung zentral.
  • Nutzung: meint die funktionale Anwendung von digitalen Medien und Systemen. Je nach digitalem Artefakt gibt es unterschiedliche Nutzungsoptionen.
  • Handlung: Integration der Nutzungsoptionen sozialen Praktiken. „Dabei werden kulturell tradierte Interaktions- und Kommunikationsformen sowohl aufgenommen als auch transformiert.“
  • Subjektivierung: Zusammenwirken von digitalen Medien und Systemen sowie menschlichem Handeln wirkt auf die Identitätsbildung und -entwicklung.
    • Formen der Selbstthematisierung gemeint, die in und über digitale Medien und Systeme ermöglicht und nahegelegt werden
    • wie und vor dem Hintergrund welcher kulturellen Einschreibungen Subjekte in den jeweiligen Medien repräsentiert und adressiert sind
    „Reflektiert werden soll aus der Interaktionsperspektive, wie und warum digitale Medien und Systeme als Werkzeuge jeweils für konkrete Vorhaben ausgewählt und genutzt werden.“
  • siehe auch soziologischer Medienbegriff nach Mock (2016) → Medien als Form der Kommunikation
Brinda, Torsten, Niels Brüggen, Ira Diethelm, u. a. 2019. „Frankfurt-Dreieck zur Bildung in der digital vernetzten Welt“. zeitgleich in merz 5/19, MedienPaedagogik.com, Medienimpulse 58/19, INFOS 2019, GI, GFMedienwissenschaft.

Anschlüsse

„Für Bildungskonzepte, die digitale Medien und Systeme einschließlich der damit verbundenen Phänomene und ihrer Grundlagen adressieren und zur Teilhabe an der durch sie geprägten Welt befähigen sollen, ergibt sich aus dem Frankfurt-Dreieck die Maßgabe, dass sowohl die technologischen und medialen Strukturen und Funktionen, als auch die gesellschaftlich-kulturellen Wechselwirkungen sowie die Nutzungs-, Handlung- und Subjektivierungsweisen in Interaktionen mit digitalen Medien und Systemen einzubeziehen sind. Das übergeordnete Ziel muss dabei sein, digitale Artefakte und mit ihnen verbundene Phänomene im Zusammenspiel dieser drei Perspektiven analysieren, reflektieren, gestalten und damit erklären und beurteilen zu können.“

siehe auch Medienkompetenzbegriff, bspw. Übersicht von Stefan Aufenanger

Abgeleitet aus dem Dagstuhl und dem Frankfurt-Dreieck: Charta Digitale Bildung: beschreibt drei Grundsätze als Ausdruck des gemeinsamen Verständnisses von Bildung in einer durch Digitalisierung geprägten Welt.
Brinda, Torsten, Niels Brüggen, Ira Diethelm, u. a. 2019. „Frankfurt-Dreieck zur Bildung in der digital vernetzten Welt“. zeitgleich in merz 5/19, MedienPaedagogik.com, Medienimpulse 58/19, INFOS 2019, GI, GFMedienwissenschaft.

Zusammenfassung

  • entstanden 2017 und 2018 (Expert:innenworkshops) auf der Basis des Dagstuhl-Dreiecks (GI, 2016)
  • publiziert 2019 (s.u.)
  • betont die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einem Untersuchungsgegenstand
  • Forderung: „konkrete Kompetenzanforderungen weiterzuentwickeln und im Zusammenwirken informatischer, informatikdidaktischer, medienwissenschaftlicher und medienpädagogischer Expertise (fach-)didaktische Szenarien und Lernmaterialien zu entwickeln.“
  • Ziel: „Perspektivisch ergibt sich so ein umfassender, wissenschaftlich fundierter und interdisziplinär getragener Katalog von Zielstellungen und Maßnahmen für Bildungskonzepte in einer durch digitale Medien und Systeme geprägten Welt.“
GI, 2016: Gesellschaft für Informatik: „Dagstuhl Erklärung“, Gesellschaft für Informatik, Berlin, März 2016 (zuletzt besucht am 02.09.2025)
Brinda, Torsten, Niels Brüggen, Ira Diethelm, u. a. 2019. „Frankfurt-Dreieck zur Bildung in der digital vernetzten Welt“. zeitgleich in merz 5/19, MedienPaedagogik.com, Medienimpulse 58/19, INFOS 2019, GI, GFMedienwissenschaft.

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